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5. Die Sondermärkte

 

Von den Wochenmärkten spielte der Fischmarkt eine Hauptrolle, da durch das ganze Mittelalter hindurch auch ausser der Fastenzeit sehr viele Fische, meist gesalzene und getrocknete See- und Süsswasserfische, gegessen wurden. Auf dem Umsatz dieses Handels lag eine besondere Steuer, aus deren verhältnismässig hohen Ertrag sich auf die Grösse desselben schliessen lässt. Sie betrug vom 25. Mai 1577 bis zum 25. Mai 1578 109 Gulden und in demselben Zeitraum des Jahres 1611 bis 1612 345 Gulden, 15 Schilling und 1 Heller.


Als ältester unter den Spezialmärkten wird bereits im Jahre 1219 der Kornmarkt bezeugt. In Erfüllung der Forderung der Bürgerschaft zu Beginn des sogenannten "Fettmilch-Aufstandes" im Jahre 1612 wurde er vom Rat wieder eingerichtet. Er sollte "... alle Samstage bei der Heuwaage nächst der Katharinenpforte abgehalten werden". Vorher waren die Fruchtmärkte an der Leonardskirche abgehalten worden; in ihnen kann in gewisser Hinsicht der Ursprung der Frankfurter Messen gesehen werden.

Wichtig war auch der Mehlmarkt an den beiden Mehlwaagen in der Nähe der Mainbrücke und der Bockenheimer Pforte. Er war für die Versorgung der Bürgerschaft wichtiger als der Kornmarkt. Er fand deshalb täglich statt. Jeder Bürger konnte hier kaufen, und zwar vor den Bäckern und Händlern. Die ersten zwei Stunden - im Winter nachmittags die erste Stunde - der festgesetzten Verkaufszeiten waren der Bürgerschaft für den Einkauf vorbehalten und es war den Bäckern bei Strafe verboten, in diesen Stunden auf dem Markt zu erscheinen. Erst wenn die Bürgerschaft mit dem Notwendigen versehen war, konnten die Bäcker und Händler ihre Einkäufe vornehmen. Durch zahlreiche Speicher, die in fruchtbaren Jahren bei niedrigen Preisen gefüllt wurden, war es dem Rat ein Leichtes, auf die Mehlpreise zu Gunsten der Verbraucher Einfluss zu gewinnen. Die städtischen Fruchtspeicher waren das Reservoir, um die Schwankungen von Ernte zu Ernte leichter ausgleichen zu können.


Daneben gab es - nachweislich seit Ende des 14. Jahrhunderts - einen Heu - und Strohmarkt, ursprünglich da, wo in Verbindung mit diesem Markt die Liebfrauenkirche entstand, später auf dem Rossmarkt, zuletzt jeden Dienstag und Freitag in der Börnestrasse. Jeweils im Herbst fand, im 18. Jahrhundert nachweisbar, während einiger Wochen der Kartoffelmarkt und - seit dem 15. Jahrhundert belegt - der Krautmarkt statt, zuletzt auf dem Mainkai zwischen Metzgertor und Fahrtor.


Der Kelterobstmarkt war im Herbst auf mehrere Stellen über die gesamte Stadt verteilt.
Als weitere Sondermärkte sind nachzuweisen der Rossmarkt bis zurück in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, der Viehmarkt zu Anfang und der Säumarkt seit Ende des 14. Jahrhunderts, während der Krempelmarkt (Haushaltswaren, Waffen usw. wurden unter anderem hier gehandelt) seit dem 15. Jahrhundert bekannt war.

 


 

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