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20. Der Neuanfang 2 - der Wochenmarkt in der Berger Strasse
 


Zu Beginn der 70er Jahre nahm der ambulante Handel, vor allem mit Obst und Gemüse durch sogenannte "Fliegende Händler" derart zu, dass es vielfach zu Behinderungen der Fussgänger kam. Mit Beschluss vom 06.08.1973 wurden ambulante Händler u.a. auf dem Hochzeitsplatz, Liebfrauenplatz, Katharinenkirche und Steinweg zugelassen. Sie mussten vierteljährlich ihren Platz untereinander tauschen, damit die Chancengleichheit (wegen der unterschiedlichen Lage der Standplätze) gewahrt wurde. Der Ruf nach Wiedereinführung offener Wochenmärkte wurde in der Frankfurter Bevölkerung immer lauter.

Im September 1976 beschloss die Stadtverordnetenversammlung nach langer Diskussion: "Nach Beendigung der U-Bahnarbeiten einen Wochenmarkt in der Berger Strasse im Bereich des Uhrtürmchens einzurichten und eine entsprechende Anzahl von Händlern für diesen Standort zu interessieren...". Diesem Beschluss ging auch eine eingehende Diskussion im Magistrat voraus.
Was nun folgte, war eine an Kontroversen kaum zu überbietende Diskussion in der Bevölkerung. Die durch die langen Einschränkungen des U-Bahnbaues gebeutelten Bornheimer Geschäftsleute und Anwohner glaubten nun erneut, Einschränkungen durch den Wochenmarkt hinnehmen zu müssen. Sie sprachen sich klar und zum Teil öffentlich, gegen den neuen Wochenmarkt aus. 

 
Doch der übergrosse Teil der Bevölkerung wollte diesen neuen Markt. Er wurde für Einwohner wie auch Stadtverwaltung zum "Feldversuch", ob und wie er von der Bevölkerung angenommen wird. Die Frage, ob auch an anderen Stellen der Stadt ein Wochenmarkt wie in der Berger Strasse eingerichtet werden sollte, wurde in Bornheim beantwortet.


Am Samstag, den 28. Juni 1980 war es soweit. Der Wochenmarkt in der Berger Strasse wurde feierlich eröffnet. Von nun an sollte jeden Mittwoch und Samstag ein Markttag stattfinden. Er wurde zum überwältigenden Erfolg. Die Bevölkerung nahm den Markt dankbar an. Wenn danach auch noch weitere Wochenmärkte, wie u.a. in Bockenheim, Sachsenhausen und Schillerstrasse eröffnet wurden, so blieb doch der in der Berger Strasse jener mit dem meisten Flair und unverwechselbarem Charme.
Die Kritiker verstummten, einige wurden selbst als Marktbeschicker in den Wochenmarkt integriert.
Die Kunden schätzen hier vor allem die Qualität und Quantität des Angebotes, sowie die Nähe zum Erzeuger und Markthändler.


 


Dank

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung des Frankfurter Stadtarchivs.




Quellen (Primär):
Urkundenbücher der Stadt Frankfurt Bd. 1 - 4
Ratsrechenbücher der Stadt Frankfurt (14. - 19. Jahrhundert)
Magistratsakten, Akten der Stadtverordnetenversammlung
Akten des Rates und Handelssachen 1405 - 1806
Akten des Landamtes betr. Dörfer, Marktgenossenschaften und Höfe um die Stadt 1299-1688
Akten des Rates in Rechtsstreitigkeiten 1550-1810
Akten des Lebensmittelamtes
Akten der Marktbehörde Rep. 880
Akten der Polizeibehörde bis 1868 und ab 1868
Akten des Rechneiamtes bis 1868 und ab 1868

Quellen (Sekundär):
Frankfurt 1945 - 1965 Ein 20-Jahresbericht
Frankfurter Handelsgeschichte von Dr. A. Dietz Bd 1, 2, 3 4/1 und 4/2
Leben in Frankfurt am Main,"Auszüge der Frag- und Anzeigungsnachrichten des Intelligenzblattes (1722 - 1821) Bd. 1 - 8
Markt und Stadt im Mittelalter von Dr. Michael Mitterauer
Markt und Stadt in ihrem rechtlichen Verhältnis von Siegfried Ritschel
Stadt Frankfurt Bestimmungen über die Marktanlagen in Frankfurt
Frankfurter Grossmarkthalle von Walter BachmannFrankfurt im Feuersturm von Armin Schmid
Dr.Altmann, die Entwicklung des Frankfurter Marktwesens
 


 

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