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10. Die Marktordnungen


Die ältesten Marktordnungen Frankfurts sind aus dem 14. Jahrhundert bekannt. Die am 6. November 1663 veröffentlichte, brachte einige Neuerungen. Sie ist besonders in der Hinsicht interessant, dass schon damals die "Landleute" der Umgegend ihre Victualien nach Frankfurt auf den Wochenmarkt brachten, obwohl hier ein grosser Teil der Bevölkerung selbst noch Landwirtschaft betrieb und jedenfalls diese landwirtschaftlichen Produkte in solchen Mengen besass, dass man davon noch abgeben konnte. Nach dieser neuen Ordnung bekamen zum Beispiel die Frankfurter Gärtner den Platz an der Südseite des "alten Marktes" von der "goldenen Waage" bis an die "Kellerthüre" (das Eckhaus der goldenen Hutgasse), und auf der Nordseite von "Weißels Haus" (vermutlich das Eckhaus auf dem Domplatz), bis an "Schildknecht" (das Eckhaus am "Hühnermarkt").


Die Sachsenhäuser sassen auf der anderen Seite vom gegenüberliegenden Eck bis zu den "3 Römern".

Die Oberräder hatten ihren Sitz auf dem "Hühnermarkt" an der "goldenen Scher", dem Eckhaus der Neugasse.

Die Offenbacher, welche Gemüse und Milch feilhielten, bekamen den Platz vor der "goldenen Hirsch-Apotheke", dem Eckhaus der Höllgasse, der goldenen Waage gegenüber, angewiesen, während sie nur in der Höllgasse Kraut und Rüben verkaufen durften.

Die Fechenheimer, Bürgler und Rumpenheimer wurden auf den Krautmarkt gewiesen, während die Bonameser (damals umgangssprachlich "Bomeßer" genannt) und Hausener Bauern ihre Waren auf dem "Habermarkt" (Hafermarkt), dem freien Platz vor dem "Steinernen Haus", feilhalten mussten.

Die übrigen Landleute wurden auf die Plätze "Hinter dem Lämmchen" verteilt. Hier sassen die Kronberger, Urseler, Weisskirchener, Eschersheimer und andere Bauersleute aus der Nachbarschaft.

Trotz der neuen Ordnung kamen vielfach Übertretungen vor. Dass der Erfolg beim Verkauf namentlich auf dem Markte von der günstigen Lage des Platzes oder des Standes abhängt, ist selbstverständlich. Es mögen deshalb sehr häufig Streitigkeiten wegen der besseren Plätze vorgekommen sein:


Als einmal einige Sachsenhäuser Gärtner ihr Gemüse auf dem alten Markte feilhielten, wurden sie von den Frankfurtern einfach mit Gewalt vertrieben.
Daher lösten sie einen Antrag der Sachsenhäuser Markthändler aus. Diese verlangten, dass man dem Marktmeister "zwey bewaffnete Soldaten zur Seite stellen solle, bis man sich an die neue Ordnung gewöhnt habe...". Markt bedeutete letztlich schon immer Konkurrenz. Jeder wollte sich, vor allem in schwierigen Zeiten, behaupten. Daher herrschte besonders zur damaligen Zeit eine recht derbe Sprache.

 


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