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15. Die Markthallen



Nachdem durch den Abbruch der hässlichen Kasernenbaracken in der Hasengasse eine freie Fläche entstanden war, hatte man - wie vorstehend bereits berichtet - zunächst versuchsweise den Lebensmittelmarkt an diese Stelle verlegt und dabei festgestellt, dass dieser Platz sich wegen seiner zentralen Lage für die Anlage eines Hauptmarktes besonders eigne.


Auf Grund dieser Erfahrung und unter dem Einfluss der öffentlichen Meinung, die sowohl die Marktwaren als auch die Käufer und Verkäufer vor den Unbilden der Witterung geschützt sehen wollte, befassten sich die Körperschaften bald mit dem Plan der Erbauung einer Markthalle an dieser Stelle.


Das erste konkrete Projekt für eine solche Halle unterbreitete dem Magistrat im Dezember 1871 der Vorsteher des "Vereins zur Förderung des öffentlichen Verkehrslebens":

"aus dem Gefühl der Pflicht, welche jedem Bürger inne wohnt, daß er in Frage von solchem eminenten öffentlichen Interesse nach Maßgabe seiner Kräfte und Erfahrungen auch unaufgefordert dazu beitrage, den kompetenten Behörden die sachgemäße Entscheidung möglichst zu erleichtern".
Die grosszügige Planung sah vor, dass die Halle (ausser für Wochenmärkte) zur Gewährleistung niedrigster Preise durch Ausschaltung des Zwischenhandels auch für Grossversteigerungen eingerichtet werde.

Frankfurt am Main - Innenstadt 1878


Es sollten jedoch noch einige Jahre ins Land gehen, bis alle Hindernisse ausgeräumt und die Vorbereitungen für den Hallenbau getroffen waren. Ein Bericht der inzwischen eingesetzten "Spezialkommission für den Markthallenbau" aus dem Jahre 1876 gibt Aufschluss über die Gründe der Verzögerung.
Der ursprüngliche Plan des Vereins, den gesamten Marktplatz mit einer grossen Halle zu überspannen und den Marktverkehr hier zu zentralisieren, sei nicht zu verwirklichen gewesen ohne Einbeziehung des bebauten Ostteiles des Platzes. In der Sitzung am 30.08.1877 erteilte schliesslich die Stadtverordnetenversammlung endgültig die Genehmigung zum Bau der Markthalle und stellte hierfür einen Kredit in Höhe von 850.000 Mark (eine damals gewaltige Summe) zur Verfügung.


Die Halle war 117,5 Meter lang und 34 Meter breit. Sie umfasste im Erdgeschoss 4 Läden und 720 Verkaufsstände zu je 2 Quadratmeter Fläche sowie 144 Verkaufsstände mit je 1 1/3 Quadratmeter Fläche, ferner auf der Galerie 384 Verkaufsstände zu je 2 Quadratmeter. Im ganzen bot sie 1248 Verkäufern Raum. Im Dezember 1878 ist die neue Markthalle fertiggestellt.

Die Bauabrechnung weist gegenüber den bewilligten 850.000 Mark eine Einsparung von rund 100.000 Mark auf (!). Am 10.02.1879 wird sie feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Mit der Inbetriebnahme dieser Halle wurde im Frankfurter Lebensmittelhandel eine Entwicklung eingeleitet, die alle Erwartungen bei weitem übertraf. Bereits Anfang der 1880er Jahre war die Halle überfüllt. Im Jahre 1883 wurde daher die einstige "Lederhalle" als "Halle II" für Marktzwecke eingerichtet. Doch schon nach wenigen Jahren wurde erneut der Platz knapp. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg stetig an. Am 25.04.1899 bewilligte die Stadtverordnetenversammlung einen Kredit von 36.200 Mark zum Bau einer provisorischen Markthalle an der Börnestrasse, die auch den Fischmarkt aufnehmen sollte. Diese "Halle III" ist noch im gleichen Jahr in Betrieb genommen worden.


Auch deren Platz reichte nicht lange. Daher entschloss sich die Stadt Ende des Jahres 1909 an der Ecke Batton - und Börnestrasse für 14.100 Mark die "Halle IV" zu errichten. Zum Bau diente das Material aus einer für diese Zwecke gekauften Halle der Internationalen Luftfahrtausstellung.

 


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