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6. Das Angebot auf den Märkten vom 14. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts

 

Auf den Wochenmärkten waren ausser den "Victualien" (Eier, Butter und Käse) und Brot sowie Fleisch, hier vor allem Geflügel, seltener Wild, das Obst und Gemüse am häufigsten vertreten. Wenn auch die Auswahl keine so mannigfaltige war wie heute, so kannte man im Mittelalter zwar Weisskraut, Rotkraut, Kohl, Salzgurken, Rüben, Erbsen, Zwiebeln, Pilze und so weiter - Feldsalat jedoch war in Frankfurt zum Beispiel im 14. Jahrhundert völlig unbekannt. Zum ersten mal wird er in den Artikeln der Gärtnerzunft von 1613 erwähnt. Das Gemüse war allgemein häufiger als heute; es fehlte bei keiner Mahlzeit. Von Obst kannte mann im Mittelalter vor allem Kirschen, Nüsse, Äpfel, Birnen auch Pflaumen, Spillinge und Quitten werden genannt. Eher selten waren Aprikosen, Pfirsiche und Mirabellen. Haselnüsse, die sehr gern gegessen wurden, sammelten die Bauern in den Wäldern und brachten sie wie die Kastanien in grosser Menge auf den Markt.

Selten waren die Südfrüchte auf dem Wochenmarkt. Als man 1499 dem erkrankten Erzbischof von Mainz zu "seyner Erquickung... Orangen sandte", musste man sie aus Nürnberg holen lassen. Das "Stadtrechenbuch" hat uns die Ausgabe für diese Aufmerksamkeit des Rates aufbewahrt. Sie "... betrug 3 fl. (Florentiner Gulden) 20 Sch. (Schilling) 7 hell (Heller) für 150 Pomorantinen (Orangen) und 16 Granataepfel zu Nurenberg zu holen mit botenlone ond anderem...".

Bedeutend reichhaltiger wird das Marktangebot im 17. und 18. Jahrhundert. Da sind vor allem die Kartoffeln zu erwähnen, die um das Jahr 1650 von den italienischen Kaufleuten Brentano und Guaita aus Italien eingeführt wurden, aber erst 100 Jahre später (1757) zum ersten Male auf dem allgemeinen Markte erschienen. Um dieselbe Zeit mögen auch die Spargel bei uns angepflanzt worden sein, denn sie werden damals noch als ein Leckerbissen bezeichnet, der von den die Ostermesse besuchenden Fremden besonders begehrt wurde.

 


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